Neue Webseite Foodsharing.ch Online

foodsharinglogoLange haben wir darauf gewartet, nun ist es soweit. Seit heute ist die Schweizer Ausführung der Foodsharing Seite Online. Bis anhin nur verfügbar in Deutschland, wo das Projekt gestartet ist, dann in Österreich und nun auch bei uns.Hier geht’s zur Webseite von Foodsharing.ch. Natürlich sind wir auch schon als “Betrieb” registriert, auch wir haben ab und zu einmal überschüssiges Gemüse.

Coop nimmt krumme Rüebli ins Regal

Bei Coop kommt neu auch optisch nicht einwandfreies Gemüse oder Obst ins Regal. Den Auftakt machen verhagelte Aprikosen aus dem Wallis. Die Idee stammt von den Produzenten selbst.

Der Detailhändler Coop wartet mit einer Sommeraktion auf: Verhagelte Aprikosen aus dem Wallis werden während der kommenden zwei Wochen zur Herstellung von Konfitüre feilgeboten. Künftig soll zudem vermehrt optisch nicht einwandfreies Gemüse sowie weiteres nicht normenkonformes Obst seinen festen Platz in den Regalen bekommen.

Dafür ruft Coop die Produktelinie «Ünique» ins Leben, wie der Detailhändler am Montag mitteilte. Den Namen habe man gewählt, weil die darunter angebotenen Obst- und Gemüsesorten «eben einzigartig» seien, sagt Sprecher Ramón Gander. Coop stelle «zunehmend fest, dass Konsumenten vermehrt Verständnis haben für die Launen der Natur und bereit sind, auch aussergewöhnliche Naturprodukte zu kaufen».

«Dreibeinige Rüebli» ab Mitte August

Die Aprikosenaktion sei der erste Schritt, damit möglichst alle geniessbaren Früchte und Gemüse gegessen würden, so Gander. Ab Mitte August sollen daher auch «dreibeinige Rüebli, krumme Gurken und übergrosser Blumenkohl» in die Läden kommen. Die normabweichenden Produkte seien grundsätzlich billiger, sagt Gander. Wie gross der Anteil solcher Produkte in Zukunft sein wird, ist je nach Saison und Verfügbarkeit der Gemüse- und Früchtesorten unterschiedlich.

Nach eigenen Angaben will der Detailhändler so dabei helfen, die Überproduktion in der Landwirtschaft abzubauen und die Verwertung der ganzen Ernte zu fördern. Dass dies bis anhin nicht der Fall gewesen sei, führt Coop-Sprecher Gander eher auf die anspruchsvollen Wünsche der Kunden als auf die Bedürfnisse nach genormten Produktionsketten der Grossverteiler zurück.

Durch Hagel stark beschädigt

Was Gander nicht sagt: Laut Josef Christen vom Schweizer Obstverband ist die Aprikosenaktion eine Idee der Walliser Produzenten, deren Ernte im Juli durch Hagel stark beschädigt wurde.

«Ohnehin ist das Problem mit normabweichenden Früchten relativ klein», sagt Christen. Es würden in der Schweiz sehr wenig Früchte weggeworfen. «Was der Norm nicht entspricht, verkaufen Produzenten direkt ab Hof oder wird weiter verarbeitet.» So etwa bei den Äpfeln: Entsprechen diese nicht der Norm, wird halt Most produziert.

Den Normen entsprechen

Generell begrüsse sein Verband die Aprikosenaktion, erklärte Christen. Es sei ja schliesslich zum Vorteil der Produzenten, wenn sie so viel wie möglich von ihrer Ernte verkaufen könnten. Auch Moana Werschler vom Verband Schweizer Gemüseproduzenten begrüsst, dass Coop den Absatz von normabweichenden Gemüse fördert. «Schweizer Gemüse – egal, wie es aussieht, ist ohnehin von bester Qualität.»

Allerdings sei schwierig zu sagen, welche Auswirkungen dies auf die Produzenten haben wird, sagt Werschler. Grundsätzlich bleibe in der Schweiz nicht viel Gemüse liegen. «Die Produzenten achten bereits bei der Aufzucht, dass das Gemüse den von der Branche festgelegten Normen entspricht.» (sza/sda)

Migros wie Coop

Auch die Migros führt «angeschlagenes» Obst und Gemüse im Sortiment: «Wir verkaufen vom Hagel beschädigte Aprikosen als Früchte Klasse II. Diese können beispielsweise für die Herstellung von Konfitüre verwendet werden», sagt Sprecherin Jeannine Villiger. Bei Ernteproblemen ist die Migros nach eigenen Angaben sogar bereit, «die Spezifikationen zugunsten der Produkte anzupassen». (sza)

Artikel von 20minuten.ch online

Wie die Natur sie schuf

Krumme Gurken und unförmige Rüebli waren lange aus den Gemüseabteilungen verbannt. Nun werden sie als aussergewöhnliche Naturprodukte gefeiert. Sie stillen das Bedürfnis der Konsumenten nach Ursprünglichem und sollen helfen, die Verschwendung von Lebensmitteln zu mindern. Von Gordana Mijuk

Sie sind rund und prall und glänzen wie frisch polierte Schuhe. Die Auberginen in den Gemüseabteilungen der Grossverteiler sind eine Augenweide. Auch Tomaten oder Paprika sehen aus wie frisch gewichst. Schorfige Kartoffeln oder Äpfel sucht man oft vergebens. Genauso wie knubbelige Karotten oder krumme Gurken. Die feilgebotenen Aprikosen, Zwiebeln oder auch der Eisbergsalat sind zumeist nicht nur form- und farbvollendet, sie sind auch alle etwa gleich gross im Regal. Homogenität ist wichtig für den «guten Gesamteindruck», wie es in den Qualitätsvorgaben des Früchte- und Gemüsehandels heisst. Uniformer Hochglanz: So wollen es die Detailhändler, so wollen es aber vor allem auch die Kunden. Gemüse und Obst, das nicht schön aussehe und nicht der Norm entspreche, bleibe am Abend in den Gestellen liegen. Das zumindest predigten die Branchenvertreter. Bisher.

Ein bedeutender Akteur im Gemüsegeschäft hat nun seine Meinung geändert. Der Grossverteiler Coop wagt es, übergrosses, zu kleines oder gar beschädigtes Gemüse oder Obst in die Regale zu legen. Allerdings wird es nicht unter das sogenannt normale Gemüse gemischt – das soll weiterhin im Einheitslook leuchten. Coop führt eine neue Linie ein: Ünique. Von Hagel beschädigte Walliser Aprikosen machen in diesen Tagen den Anfang. Ünique-Produkte werden billiger angeboten als Standardprodukte. Die Zeit für schrumplige Früchte und Gemüse scheint reif zu sein: «Kunden», so Coop, «haben vermehrt Verständnis für die Launen der Natur.» Das einst als hässlich abgeschriebene Obst und Gemüse wird nun als «aussergewöhnliches Naturprodukt» gepriesen.

Gemüse landet auf Misthaufen

Urs Amacher fährt mit dem Traktor ein. Sein Hof liegt in Dänikon im Zürcher Furttal. Im blauen Overall springt er flink von seinem Hochsitz und läuft zügig zur Kühlhalle. Die Initiative von Coop klinge gut, findet er. Doch sei abzuwarten, ob es der Grossverteiler wirklich ernst meine oder ob das Ganze bloss Werbezwecken diene. «Aussergewöhnliche Naturprodukte» wachsen auch bei Amacher. Bloss kann er sie nicht verkaufen, weder dem Detailhandel noch der Industrie. In der Lagerhalle hat er eine Auswahl von unförmigem Gewächs bereitgelegt. «Diese Gurke ist für den Markt zu krumm», sagt er und zeigt auf ein Exemplar, das einem Gehstock ähnelt. «Diese Karotten sind zu kurz und zu grün am Kopf, und bei der Zwiebel hier fehlt auf dieser Seite die Schale. Die kann ich nicht mehr verkaufen. Dabei ist das Gemüse geschmacklich einwandfrei.» Bauer Amacher verfüttert die «minderwertige» Ware deshalb seinen Kühen oder wirft sie auf den Miststock. Salat, der nicht perfekt ist, lässt er auf dem Feld liegen.

Wird sich der auf Hochglanz-Peperoni getrimmte Käufer wirklich auf das hässliche Gemüse einlassen? Amacher zuckt mit den Schultern. «Heute bekommt der Kunde im Winter Erdbeeren vorgesetzt. Wie soll er wissen, was in der Schweiz zu welcher Zeit wächst», sagt er. Und wie soll der Kunde wissen, dass ein zweibeiniges Rüebli gleich gut schmeckt wie ein normkonformes, wenn er doch vergessen hat, dass es so etwas gibt?

Coop glaubt daran, dass er mit seiner neuen Linie eine bestimmte Konsumentengruppe erreichen kann. Ein Marketing-Gag ist die neue Linie kaum. Coop weiss genau, wie Konsumenten ticken. Jeden Tag besuchen eine Million Menschen Coop-Geschäfte und fällen Kaufentscheide, die der Detailhandelsriese akribisch registriert und analysiert. Wie mit einem Seismografen kann er jede Erschütterung des Konsumverhaltens erkennen. Und es gab Erschütterungen: Kunden kaufen vermehrt alte oder aussergewöhnliche Gemüsesorten von Pro Specie Rara, zum Beispiel Tomaten der Sorte Baselbieter Röteli oder Blaue St. Galler Kartoffeln. Ein Zeichen dafür, dass sie Authentisches oder Regionales oder ganz einfach Spezielles essen wollen – kein Einheitsgemüse.

Mirjam Hauser forscht am Gottlieb-Duttweiler-Institut zu den neuesten Konsumtrends im Nahrungsmittelmarkt. Auch sie sieht bei den Konsumenten eine Bewegung hin zum Authentischen. «Menschen haben heute vermehrt das Bedürfnis nach ursprünglichen Produkten», sagt sie. Die Nachfrage nach regional produzierten Produkten ist gross, heimische Rezepte und lokale Produktionen sind wieder in. Die Slow-Food-Bewegung, die explizit alte Gerichte und Produktionsarten fördert, ist ebenfalls Teil dieses Trends.

«Das Bedürfnis nach Authentischem ist eine Gegenbewegung zum industrialisierten, auf Effizienz getrimmten Nahrungsmittelmarkt», sagt Hauser. Viele sind skeptisch gegenüber der Nahrungsmittelindustrie. Die Wertschöpfungskette ist komplex und undurchschaubar geworden. «Die Konsumenten kompensieren ihr verlorenes Vertrauen mit der Sehnsucht nach Echtheit und Einfachheit.» Dieser Trend ist nicht nur beim Essen sichtbar. Authentisches, Ursprüngliches, Natürliches ist vermehrt auch bei der Kleidung, bei Accessoires oder beim Wohnen sichtbar. So sind Rucksäcke mit Lederriemen wieder gefragt oder Holztische aus Grossmutters Zeiten, die oft zu überrissenen Preisen erworben werden. Männer tragen Bart und wollen Bienen züchten, und Frauen flechten ihr Haar und wünschen sich einen Garten auf dem Dach ihrer Stadtwohnung.

Nichts mehr wegwerfen

Dass in der Wertschöpfungskette von der Produktion bis zum Konsum auch in der Schweiz Tonnen von Lebensmitteln verloren gehen – aufgrund von Schönheitsvorstellungen oder weil sie ungegessen im Kühlschrank verrotten -, ist für immer mehr Menschen unerträglich. «Manche Konsumenten wollen mit ihrem bewussten Konsum ein Zeichen setzen», sagt Hauser.

Nischenanbieter sind bereits auf den Trend aufgesprungen, wie etwa der «Bachser Märt» in der Region Zürich. Das Unternehmen mit Läden in der Stadt und auf dem Land hat sich auf die Fahne geschrieben, in seiner Lebensmittelkette keine Nahrung wegzuwerfen: «Zero Waste» – nichts wegwerfen, alles brauchen – vom Bauer über den Handel bis in die Läden, das ist das Ziel. «Unsere Bauern können uns alles vom Feld liefern, was qualitativ gut ist, unabhängig vom Aussehen», sagt Geschäftsleitungsmitglied Rebecca Hofer. Sie befürwortet denn auch den Schritt, den Coop nun macht, ärgert sich jedoch darüber, dass das Gemüse billiger verkauft wird. «Das mindert den Wert der einwandfreien Produkte.»

Unter dem Namen «Krumme Gurke» haben junge Leute in Zürich vor kurzem ein Projekt gestartet, das für das nonkonforme Gemüse neue Absatzmärkte schaffen will. «Wir wollen diese Lebensmittel an Mensen, Kantinen und Kindertagesstätten vermitteln, die kreative Gerichte damit kochen», sagt Sandra Müller. Gemüseproduzenten begrüssen die Idee, und auch mit Mensen sei man im Gespräch.

Die Konsumenten werden entscheiden, ob es das hässliche Obst und Gemüse zurück auf unsere Teller schafft und wir fortan mehr auf unsere Gaumen setzen als auf unsere Augen.

Artikel aus der «NZZ am Sonntag» vom 04.08.2013, Seite 17:

Abfallmengen

Wie viel Gemüse und Obst Schweizer Bauern wegen der strengen Qualitätsnormen aussortieren müssen, ist schwer zu beziffern. Die Verlustmenge ist abhängig vom jeweiligen Boden und von der Witterung. Laut Schätzungen des Instituts für Umweltentscheidungen der ETH gehen pro Jahr 200 000 bis 300 000 Tonnen eigentlich einwandfreier Lebensmittel bei Landwirten oder in Sortierbetrieben verloren. Die Produkte landen auf dem Miststock oder in Biogasanlagen oder werden verfuttert. Manche Früchte können allerdings bei Bedarf zu Most oder Schnaps weiterverarbeitet werden.

Swisscofel, der Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels, hält diese Zahl für zu hoch. «Der grösste Teil des Gemüses verdirbt zu Hause beim Konsumenten», sagt Marc Wermelinger, Geschäftsführer von Swisscofel. Der Verband will dennoch prüfen, ob er die von der Branche definierten Normen lockern kann.

Die EU, deren Normen zur Krümmung der Gurke zum Symbol der Brüsseler Bürokratie geworden sind, hat die gesetzlichen Vorschriften für Salatgurken sowie andere Obst- und Gemüsesorten schon vor Jahren aufgehoben. Gebracht hat dies aber wenig, da der Handel weiter mit offiziellen und inoffiziellen Qualitätsnormen arbeitet. Laut einer Uno-Studie finden Bauern in der EU für einen Fünftel ihrer Ernte keine Abnehmer, weil er als minderwertig gilt. (ami.)

 Artikel aus der «NZZ am Sonntag» vom 04.08.2013, Seite 17:

Mehr Toleranz für krumme Gurken

Mehr Toleranz für krumme Gurken

Gemüse- und Früchtehandel überprüft Qualitätsnormen und will so Lebensmittelverluste reduzieren

Zwischen Feld und Teller geht ein Drittel der Lebensmittel verloren. Der Handel will nun die Qualitätsnormen revidieren und mehr krumme Rüebli und Gurken in den Verkauf bringen.

Wer immer der EU absurde Bürokratie vorwerfen wollte, fand über Jahre in der Salatgurke sein bestes Beispiel. In der Verordnung 1677/88/EWG legten die Brüsseler Beamten fest, dass sich besagte Gurke auf 10 Zentimetern Länge um nicht mehr als 10 Millimeter krümmen dürfe, und sorgten damit weltweit für Schmunzeln.

Weniger bekannt ist, dass die gleiche Regel auch in der Schweiz galt und bis heute gilt. Sie steht zwar nicht in Gesetz oder Verordnung, aber in den sogenannten Handelsusanzen, in denen Bauern und Händler die Qualitätsnormen für Agrarprodukte festlegen. Gurken müssen demnach so gerade sein wie beschrieben, Spargeln in der Mitte mindestens einen Zentimeter breit, Äpfel wenigstens sechs Zentimeter dick, und der Aprikose werden Hautfehler nur auf einer Fläche von einem halben Quadratzentimeter verziehen.

Kartoffeln mit Silberschorf

Diese Normen tragen dazu bei, dass bei weitem nicht alle geernteten Früchte und Gemüse auch in den Verkauf kommen. Die UN-Ernährungsorganisation FAO schätzt, dass gut ein Drittel der Produktion auf dem Weg vom Feld bis zum Konsumenten verloren geht, davon fast 30 Prozent durch Schäden oder Aussortierung in der Landwirtschaft. Welchen Anteil die Handelsnormen daran tragen, kann niemand genau sagen, auch Claudio Beretta, der Präsident des Vereins Food Waste, nicht. Er ist aber in einer eigenen Studie zum Schluss gekommen, dass das Optimierungspotenzial in diesem Bereich noch gross ist. Beretta empfiehlt den Grossverteilern deshalb, die ästhetischen Nomen aufzuheben oder zumindest deutlich zu lockern. «Wenn man die Schwelle in allen Läden senkt, merken es die Kunden kaum und weichen auch nicht aus», argumentiert er.

Nun nimmt der Handel den Ball auf. «Wir wollen die Handelsusanzen überprüfen mit dem Ziel, Lebensmittelverluste zu senken», sagt Marc Wermelinger, Direktor im Verband des Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels (Swisscofel). Bereits im Gang ist diese Arbeit bei den Kartoffeln, an denen der Grosshandel künftig auch einige Silberschorf-Flecken tolerieren will. Im Herbst sollen auch die Normen für Früchte und Gemüse überprüft werden. «Auch dort werden wir schauen, ob es möglich ist, gewisse Anforderungen zu lockern», sagt Wermelinger.

Darüber hinaus möchte Swisscofel die Koordination zwischen Produzenten und Händlern noch verbessern. An regelmässigen Telefonkonferenzen sollen sie sich über den Verlauf der Ernte austauschen, so dass bei Knappheit oder Überfluss rechtzeitig reagiert werden kann. Wisse ein Detailhändler früh genug, dass demnächst zum Beispiel viele Erdbeeren auf den Markt kämen, könne er mit Aktionen die Nachfrage ankurbeln und so Überreste vermeiden, sagt Wermelinger. Und fehle aufgrund einer schlechten Ernte plötzlich ein Produkt, wie letztes Jahr die Birnen, könne man die Qualitätsnormen frühzeitig senken.

Wählerische Konsumenten

Beim Bund wird die Initiative von Swisscofel begrüsst, zumal das Bundesamt für Landwirtschaft bei seinen Bemühungen zur Reduktion der Nahrungsmittelverluste das Thema Handelsnormen schon selber ins Gespräch gebracht hat. Die dazu eingesetzte Arbeitsgruppe schaut jedoch nicht nur den Handel an, sondern alle Stufen der Verwertungskette. So prüft sie unter anderem neue Regeln für die Haltbarkeitsangabe auf Lebensmitteln sowie eine Pflicht für grössere Restaurants, Abfälle wiederzuverwenden statt wegzuwerfen. Vor allem aber möchte der Bund die Konsumenten noch stärker für das Thema sensibilisieren. Denn bei ihnen fällt der grösste Teil der Verluste an, meist weil sie zu viel einkaufen, zu viel kochen oder im Restaurant zu viel bestellen.

Darauf verweist auch Swisscofel Chef Wermelinger und warnt daher vor zu hohen Erwartungen im Bereich der Handelsnormen. Letztlich kauften die Konsumenten heute allen Beteuerungen zum Trotz immer zuerst die frischen und schönen Produkte, davon könne sich überzeugen, wer abends die Reste anschaue. Zudem sei nicht einfach verloren, was es nicht bis in die Läden schaffe. Ausschussware werde je nach Produkt vermostet, verfüttert oder kompostiert und werfe so auch einen Nutzen ab. Zur Sache mit der Gurke schliesslich stellt Wermelinger klar: «Eine Salatgurke wächst natürlicherweise gerade. Krümmt sie sich, ist irgendwo beim Anbau ein Fehler passiert, der sie unter Stress gesetzt hat.»

Artikel von Daniel Friedli aus der «NZZ am Sonntag» vom 26.05.2013, Seite 19:

Die Essensretter

Die Story im Ersten: Die Essensretter

Mehr als die Hälfte aller Lebensmittel landet im Müll! Mit diesem Ergebnis schockierte die Dokumentation “Taste the Waste” (2011) und löste eine heftige, öffentliche Debatte aus. Im Nachfolgefilm “Die Essensretter” stellt Regisseur Valentin Thurn Lösungsansätze aus ganz Europa vor, wie der Lebensmittel-Müllberg verringert werden kann.

Mit Klick auf den Link unten gelangt ihr zu einem Video.

Video Die Essensretter

 

Water Makes Money

Water Makes Money ist ein Dokumentarfilm von Leslie Franke und Herdolor Lorenz aus dem Jahr 2010. Er kritisiert das Modell des Public Private Partnership (PPP). 

Die Autoren und PPP-Gegner liefern Hinweise darauf, dass durch privat-öffentliche Partnerschaften in der Wasserwirtschaft die Verbraucherpreise steigen und die Qualität der Wasserversorgung sinkt.

Im Zentrum der Kritik stehen die französischen Wasserversorgungsunternehmen GDF Suez und Compagnie Générale des Eaux (heute Veolia Environment). Anhand von Beispielen, vornehmlich aus Frankreich und zum Teil aus Deutschland, werden die wirtschaftlichen Folgen von Privatisierungen im Bereich der Wasserwirtschaft aufgezeigt. Wiederholt klagen die Filmemacher undurchsichtige Finanzierungsverträge zwischen Kommunen und privaten Versorgern an. Der Film kritisiert zudem steigende Wasserpreise bei geringerem Wartungsaufwand. Angebliche Erlöse der Kommunen bei der Vergabe (sogenanntes Eintrittsgeld) werden als Kredite der Kommunalpolitiker bei den Vorsorgern erwiesen, deren Kosten von den Versorgern vereinbarungsgemäß auf die Wasserpreise aufgeschlagen werden.

(Text von http://de.wikipedia.org/wiki/Water_Makes_Money)

[youtube]http://youtu.be/vv5kQa3zVXw[/youtube]

Taste the waste…

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=UY_Bk1XmKMc[/youtube]

Ein Film von Valentin Thurn

50 Prozent aller Lebensmittel werden weggeworfen: Jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot. Das meiste davon endet im Müll, bevor es überhaupt den Verbraucher erreicht. Und fast niemand kennt das Ausmaß der Verschwendung.

Wer macht aus Essen Müll? Welche Folgen hat die globale Nahrungsmittel-Vernichtung für das Klima? Und für die Ernährung von sieben Milliarden Menschen?

Der Film findet Antworten bei Bauern, Supermarkt-Direktoren, Müllarbeitern und Köchen. In Deutschland, Österreich, Japan, Frankreich, Kamerun, Italien und den Vereinigten Staaten. Und er findet Menschen, die unserem Essen mehr Wertschätzung entgegenbringen und Alternativen entwickelt haben, um die Verschwendung zu stoppen.

Essen wegzuwerfen findet niemand gut — „weil andere nichts zu essen haben“, sagen die Jüngeren und die Älteren erinnern sich noch an den Hunger im Krieg: „Da waren wir um jeden Kanten Brot froh.“ Aber wir alle machen mit beim großen Ex und Hopp!

Valentin Thurn hat die Wirklichkeit in unseren Mülltonnen aufgespürt. In den Abfall-Containern der Großmärkte, der Supermärkte und denen vor unserer Haustür. Sie enthalten Massen einwandfreier Lebensmittel, teilweise noch originalverpackt, oft ist nicht einmal das Haltbarkeitsdatum abgelaufen. Über zehn Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr werden allein in Deutschland weggeworfen. Und es werden immer mehr! Warum werfen wir so viel weg? Auf der Suche nach Erklärungen spricht Valentin Thurn mit Supermarkt-Verkäufern und -Managern, Bäckern, Großmarkt-Inspektoren, Ministern, Psychologen, Bauern und EU-Bürokraten.

Was er findet ist ein System, an dem wir uns alle beteiligen: Supermärkte bieten durchgehend die ganze Warenpalette an. Bis spät in den Abend muss das Brot in den Regalen frisch sein, zu jeder Jahreszeit gibt es Erdbeeren. Und alles muss perfekt aussehen: Ein welkes Salatblatt, ein Riss in der Kartoffel oder eine Delle im Apfel, und sofort wird die Ware aussortiert. Joghurtbecher schon zwei Tage vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums. Dass wir die Hälfte unseres Essens verschwenden, wirkt sich verheerend auf das Weltklima aus.

Die Folgen reichen weit, denn die Auswirkungen auf das Weltklima sind verheerend. Die Landwirtschaft verschlingt riesige Mengen an Energie, Wasser, Dünger und Pestiziden, Regenwald wird für Weideflächen gerodet. Mehr als ein Drittel der Treibhausgase entsteht durch die Landwirtschaft. Nicht unbedeutend sind auch die auf den Müllkippen vergärenden Lebensmittel-Abfälle, denn die entstehende Klimagase haben entscheidenden Einfluss auf die Erderwärmung.

TASTE THE WASTE zeigt, dass ein weltweites Umdenken stattfindet und dass es Menschen gibt, die mit Ideenreichtum und Engagement diesem Irrsinn entgegen treten.

Kleine Schritte, die eine große Chance bedeuten.

 

(Text von http://tastethewaste.com/info/film)

StadtLandNetz: Vereinfachte Strukturen und interne Abläufe

Mit den an der ausserordentlichen GV vom 12.12.12 abgesegneten Anpassungen im Geschäftsreglement und den Statuten werden wir nun unsere internen Abläufe und Strukturen massiv vereinfachen können. Das war uns Verwaltungsmitgliedern ein sehr wichtiges Anliegen und wird uns in den nächsten Tagen und Wochen beschäftigen um die Wünsche entsprechend umzusetzen. Wir sind überzeugt, dass wir dank diesen Massnahmen mit neuem Elan und frischer Energie ins Jahr 2013 starten können. Markus Rüegg hat sich leider entschieden, uns auf dieser spannenden Reise nicht weiter als Präsident zu begleiten. Schweren Herzens akzeptieren wir diese Entscheidung und wünschen ihm alles Gute auf seinem weiteren Lebensweg. Martin F. Müller wird “ad interim” die Funktion des Präsidenten übernehmen bis an der nächsten Generalversammlung der Posten neu besetzt wird.

Herzlichen Dank allen Genossenschaftern, die an diesem für die Genossenschaft sehr wichtigen Termin teilgenommen haben. Die neuen Statuten und das neue Geschäftsreglement werden in Kürze veröffentlicht werden.

Was waren die Hauptpunkte, über welche wir abgestimmt haben?

  • Abschaffung der StadtLandNetz Kategorie und somit der einkommensbasierten Festsetzung des Abopreises und Anteilsscheines. Es wird neu nur noch einen Preis pro Grösse und Aboart geben. Näheres ist unter Preise zu finden.
  • Probeabonnements können nur noch 1 x pro Monat für maximal 4 Wochen abgeschlossen werden.
  • Der Abschluss eines „Einfachen Abonnements“ bzw. eines „Genossenschafter Abonnements“ ist nur quartalsweise möglich. Die Zeit zwischen dem Ende eines Probeabos und diesen vierteljährlichen Terminen kann nach Rücksprache mit der Verwaltung mit Probeabonnements überbrückt werden.
  • Wir werden nur noch eine Anteilscheingrösse über CHF 300 anbieten.

Herzliche Grüsse

Aktuar StadtLandNetz

Patrick Sigrist

Der Film “Food Inc.” und seine Kernaussage

Food Inc.

Food Inc.

Wer den Film “Food Inc.” nicht schauen mag, hier die Kernaussage des Films in kurzen Worten (zu sehen ab Laufzeit 1:25:55):

Sie können über Veränderungen dieses Systems abstimmen.
Dreimal am Tag.

Kaufen Sie bei Firmen ein, die
ihre Arbeiter
   ihre Tiere
     und die Umwelt
         respektvoll behandeln.

Im Supermark wählen Sie Lebensmittel aus,
      die Saison haben.
      Kaufen Sie Bioprodukte.
      Finden Sie heraus, was in ihrem Essen ist
      Lesen Sie die Beschriftung.

Unser Durchschnittsessen
                         reist Hunderte von Kilometern
von der Farm in den Supermarkt.
                          Kaufen Sie regionale Produkte.
                          Besuchen Sie Wochenmärkte.
                          Legen Sie sich einen Garten an.
                                            (Auch wenn er nur klein ist)

Kochen Sie mit ihrer Familie und essen sie gemeinsam.

Jeder hat ein Recht auf gesunde Nahrung.
        Fordern Sie die Schule auf, Ihre Kinder mit
                       gesundem Mittagessen zu versorgen

Unsere Lebensmittel-Kontrollbehörden
            sollen Sie und Ihre Familie beschützen.
Teilen Sie Ihrem Parlament mit, dass die
Nahrungsmittelstandards verbessert werden müssen.

Wenn Sie das Tischgebet sprechen, bitten Sie um
Nahrungsmittel, die uns und unseren Planeten
                            gesund erhalten.

Mit jedem Bissen, den Sie tun,
können Sie die Welt verändern.